Zum Hauptinhalt springen

Große Bio-Kochaktion im Rahmen der „Biostadt München“: Beim Wettbewerb „radikal bio-regional“ traten am Dienstag, 21. April 2026, 22 Studierende der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement des Beruflichen Schulzentrum Alice Bendix in drei Teams gegeneinander an und kochten um die Wette. In den vergangenen Wochen hatten sie in einem unterrichtsbegleitenden Projekt Menüs aus bio-regionalen Zutaten entwickelt, die im März und April Saison haben. Die Menüs bestehen jeweils aus Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise. Das Motto lautete „festliches Menü zur Osterzeit“. Das gekochte Ergebnis wurde gestern von einer Jury bewertet.

 

Die Menüs richten sich an die Gemeinschaftsverpflegung im Care-Bereich, also beispielsweise in Kliniken, Senioren- und Pflegeeinrichtungen. Im Bereich Care besteht – etwa aufgrund von knappen Budgets, unzureichender Infrastruktur und Personalengpässen – oftmals eine Lücke zwischen der tatsächlichen Essensversorgung und den Wünschen und Bedürfnissen der dort verpflegten Menschen. Hier sind gut ausgebildete Fachkräfte nötig, um die Qualität der Verpflegung zu steigern und eine gesundheitsförderliche, nachhaltige Speisenversorgung, die den Gästen schmeckt, anbieten zu können. Mit dem Wettbewerb „radikal bio-regional“ ermöglichen das Referat für Klima- und Umweltschutz, das Berufliche Schulzentrum Alice Bendix und der Münchner Ernährungsrat den Studierenden erstmals, praktische Erfahrungen in diesem Bereich zu sammeln – und schließen damit die Lücke.

 

 

Christine Kugler, Referentin für Klima- und Umweltschutz: „Essen kann Klima- und Umweltschutz mit Messer und Gabel sein – und der schmeckt! Das haben die Teilnehmer*innen eindrucksvoll bewiesen. Dabei ging es aber nicht um die Kochleistung allein: Die Teilnehmer*innen haben die Bio-Erzeugerbetriebe aus dem Umland für ihre Zutaten selbst ausgewählt – radikal bio-regional! Die Menüs haben sie so zusammengestellt und kalkuliert, dass ein festliches Mittagessen pro Tischgast maximal 8,50 Euro kostet – und damit gezeigt: Bio-regionale Verpflegung muss nicht teurer sein. Denn es wirkt sich positiv auf den Preis aus, auf Saisonalität und direkte Lieferbeziehungen mit Bio-Betrieben vor Ort zu setzen. Zu ihrer tollen kulinarischen und planerischen Leistung gratuliere ich allen Teilnehmenden und wünsche ihnen viel Erfolg auf ihrem weiteren beruflichen Weg.“

 

Florian Kraus, Referent für Bildung und Sport:

„Eine konsequent bio-regionale Küche funktioniert – auch in den Wintermonaten, auch in anspruchsvollen Versorgungssegmenten wie dem CARE-Bereich. Das haben die Schüler*innen des Städtischen Beruflichen Bildungszentrums Alice Bendix mit ihren Ostermenüs eindrucksvoll bewiesen. Danke den Initiator*innen für diesen Wettbewerb, der die Tätigkeit unserer zukünftigen Ernährungsberater*innen sicherlich nachhaltig prägen wird.“

 

Kathrin Eckl, Schulleiterin der Städtischen Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement: „Ich möchte allen Studierenden zu dem gelungenen Projekt herzlich gratulieren! Die Kooperation mit dem Referat für Klima- und Umweltschutz und dem Münchner Ernährungsrat ist für uns sehr bedeutend. Vielen Dank für die großartige Zusammenarbeit! Die Stadt München ermöglicht an der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement die Qualifizierung von Führungskräften und leistet einen wichtigen Beitrag für die künftigen Fachkräfte in den Bereichen Gastronomie, Hotellerie und dem Versorgungsbereich. Eine fundierte Weiterbildung an der Fachakademie für Ernährungs- und Versorgungsmanagement ist die Basis, um all die sich wandelnden Anforderungen in der Gesellschaft zu meistern und die Gemeinschaftsverpflegung nachhaltig aufstellen zu können.
Wir freuen uns, dass wir an so einem besonderen Ereignis teilnehmen durften. Vielen Dank an alle Beteiligten für die lehrreiche und abwechslungsreiche Erfahrung.“

Zu den Regeln des Wettbewerbs:

Alle im Wettbewerb genutzten Zutaten müssen aus einem Umkreis von weniger als 100 Kilometern von München stammen – davon sind nur Gewürze und Salz ausgenommen. Die Rezepturen müssen den Vorgaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) und damit dem Anspruch an eine gesundheitsförderliche, nachhaltige Verpflegung folgen. Das Projekt schließt eine betriebswirtschaftliche Kalkulation mit Waren-Einstandskosten, Betriebskosten, Personaleinsatz und Ermittlung des Endkunden-Preises ein. Darüber hinaus ist auf eine attraktive Ansprache der Tischgäste zu achten – mit festlicher Dekoration und Gestaltung einer Menükarte für die Zielgruppe im Bereich Care.

 

Gewinnermenü:

 

Vorspeise:

Rote Bete Carpaccio mit Feta, Rucola und karamellisierten Walnüssen

 

Hauptspeise:

Rote Bete-Räuchertofu-Pflanzerl mit Kartoffelpüree, Mangold und Bärlauch-Dip

 

Nachspeise:

Pudding-Quarkcreme mit Rhabarber und Löffelbiskuit

 

Pressefotos:

 © Nina Ruehr SINN MEDIA